Dynamo Dresden gegen SC Paderborn: Drei Fragen an den Fußballgott

Wo waren Sie am Sonntag, 14.42 Uhr, als Dedic im Strafraum gefoult wurde? Hätten Sie nicht dem Schiedsrichter eine Erleuchtung schicken können?
Fußballgott: Habe ich doch oder was glauben Sie, warum er keinen Elfmeter gepfiffen hat? Auf diesen gelungene Fehlentscheidung musste ich mit doch ein Bierchen genehmigen.  Und dann drehen die Dresdner das Spiel ohne meine Hilfe. Das hat mich etwas enttäuscht. Also spendierte ich ‘ne Runde Abwehrchaos und schon glich Paderborn aus.

Wollen Sie damit sagen, der Fußballgott hat sich von Dynamo abgewendet?
Fußballgott: Andersrum. Dynamo hat sich von mir abgekehrt. Sie sind jetzt auch der Hybris verfallen und glauben, sie könnten ihr Schicksal selbst bestimmen. Um das Abstiegsgespenst auszutreiben, versuchen sie es mit einem Konzepttrainer. Diese Anmaßung! Ausgerechnet in Dresden! Aber das wird vergehen. Die Erfahrung hat gezeigt, die Balltreter können verschieben, hochstehen, Laufwege einstudieren, pressen, falsche Neuner oder doppelte Sechser spielen wie sie wollen. Am Ende entscheide immernoch ich.

Wann können wir denn unter diesen Umständen mit dem ersten Dynamosieg rechnen?
Wenn es nach mir geht – und das tut es ja – müsste das noch eine Weile dauern. Aber ich bin ein barmherziger Gott des Fanvolks, deshalb wird es in Fürth die Sensation geben. Es ist immer besonders schön, mit Außenseitersiegen die Erwartungen der Fans anzuheizen. Dann wollen wir doch mal sehen, wie weit Trainer Janßen im Heimspiel gegen Aalen mit seinem so genannten Konzept kommt.

Dynamo-Walzer

Die SGD  hat sich im Abstiegskampf  die Dienste eines in Dresden schonmal beinah erfolgreichen alten Bekannten gesichert. Peter Pacult wird ab sofort die Gemeinschaft stärken. Mit dieser mutigen Entscheidungen gelingt es, die traditionelle Vereinsphilosophie wiederzubeleben und den Ballast von Fingerspitzengefühl und ruhiger Strategien der vergangenen anderhalb Jahre endgültig zu entsorgen. Darüber hinaus wurde mit dieser Personalie deutlich gemacht, weiter auf eine Mannschaft zu setzen, deren Mitglieder eine zweite Chance bekommen und durch diesen Vertrauensvorschuss ihr volles Leistungsvermögen wieder abrufen können. Bei den Spielern gelingt das mal besser  (Dedic, Pote, Trojan) mal weniger (Platz 16). Continue reading “Dynamo-Walzer”

Loose raus … Fans rein

Nach massiver Kritik an der sportlichen Leistung der vergangenen Wochen, hat die SG Dynamo Dresden ihren Trainer Ralf Loose mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Dieser Schritt überrascht zunächst, angesichts von zuletzt vier ungeschlagenen Spielen und einer positiven Entwicklung in der  Defensive (250 Minuten ohne Gegentor). „Dass der zu Saisonbeginn angekündigte Abstiegskampf  tatsächlich mit direktem Kontakt zu den Abstiegsplätzen einher geht, war so nicht absehbar. Herr Loose zeigte sich zu beratungsresistent. Obwohl die User verschiedener Onlineforen und bei Facebook seit Monaten wichtige Hinweise zur richtigen Aufstellung und dem Umgang mit den Spielern gaben, beharrte der Trainer bis zuletzt darauf, sich von seinen Eindrücken auf dem Trainingsplatz leiten zu lassen und sich mit eigenen Taktiken auf den Gegner einzustellen“, hieß es zur Begründung aus der Geschäftsstelle. Gerade dies könne nicht der Anspruch der SGD sein. „Der Gegner mus sich auf dynamo einstellen nichtumgekehrt.“, fordert „DynamosuperKreisel“ in einer Onlinediskussion seit Wochen.

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Dynamo-Krise kommt ins Rollen

Liebe Aufstiegsfans der SGD, in den vergangenen Monaten habt ihr total begeistert erfahren, wie packend und elektrisierend es ist, Dynamo-Fan zu sein, mitzufiebern und im Stadion dabei zu sein. Natürlich kennt ihr auch die Schattenseite, auf der schwarzen Liste der allgegenwärtigen Fußballmafia zu stehen und beherrscht das Mantra „Fick dich DFB“ im Schlaf.

Scheinbar ist das Dynamo-Fan-Dasein eine einzige Party. Tolles Erlebnis, in die 2. Liga aufzusteigen. Euch wurde gesagt, dass es dort nur gegen den Abstieg geht. Dieser Abstiegskampf scheint aber ne ganz entspannte Sache zu sein. Ratz-Fatz  hat man nichts mehr damit zu tun. Doch nach der Niederlage gegen die 60er steht ihr plötzlich ratlos da. Drei Spiele nicht gewonnen. Drei Spiele ohne eigenen Torjubel. Was ist das denn? Nein, das ist kein böser Wille von Trainer oder Spielern, sondern Fußball. In diesem speziellen Fall könnte es etwas mit Motivationsproblemen der Spieler zu tun haben. Das erreichte Tabellenniemandsland lädt nicht unbedingt dazu ein, mit 120 Prozent Gas zu geben und Gras zu fressen.

Das könnte man der Mannschaft durchaus zugestehen, sind ja auch nur Menschen. Wichtig! Der Schein trügt, Erfolglosigkeit nicht persönlich nehmen! Nur in den seltensten Fällen spielt eine Mannschaft schlecht, um ihre Fans zu ärgern. Auch nicht, wenn die Hütte voll ist.

Zum Fußball gehören auch Krisen zu weit unpassenderen Zeitpunkten. Sie können ein paar Spiele dauern, im schlimmsten Fall eine ganze Saison. Sie können sich einstellen, wenn der gewünschte Erfolg zum Greifen nah ist. Es ist sogar schon vorgekommen, dass Trainer, die eben noch erfolgreich waren, plötzlich  alles falsch zu machen scheinen. Das gehört zu dem Spiel.  Ist ärgerlich aber normal. Diese Wut über das auf dem Platz Dargebotene. Man möchte sich den Ball schnappen und den Herren Profis zeigen, wie man „de Impe nei haud“. Denn wir Fans sind wie Eunuchen, wir wissen wie’s geht.

Das ist der Haken an euer Entscheidung, liebe Aufstiegsfans, Fußball ernst zu nehmen. Blöd wird es erst noch in den kommenden Jahren, wenn Vereinsführung und Mannschaft sich strikt weigern in die Bundesliga aufzusteigen und die SGD sich im Mittelfeld der 2. Liga festbeißt. Die nach zwei Siegen in den Himmel schießenden Aufstiegshoffnungen werden durch miese Sieglosserien geerdet.

Aber da habt ihr es als Dynamo-Fans vergleichsweise gut. In der Regel ist die Fußballmafia  Schuld an Niederlagen.

Nie wieder Bomben auf Dynamo

Der Kontrollausschuss des DFB hat gegen die textilen Ausschreitungen der Eintrachtfans in Dresden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sie hatten der Präsentation des weltgrößten Blockwimpels eine Kopie entgegengehalten, auf denen die Arbeitsplätze englischer Bomberpiloten Salz in Dresdner Identitäts-Wunden warfen. Damit eine derartige Verletzung der reinen Fußballfanseele und Beschmutzung des stets politisch korrekten Dynamo-Stadions nie wieder vorkommen, wird der DFB mit drastischen Maßnahmen reagieren. Wie aus Ermittlerkreisen durchsickerte, werde es zunächst Sanktionen gegen Frankfurt geben.

1. Der Sieg in Dresden wird annulliert und die drei Punkte gehen an Dynamo.

2. Sämtliche Drahtzieher der Aktion erhalten lebenslanges Stadionverbot. Ihre Söhne und Töchter ebenfalls.

3. Im Wiederholungsfall wird der Eintracht die Lizenz für die 1. bis 3. Liga entzogen.

Um ähnliche Ausschreitungen von Unverbesserlichen künftig grundsätzlich zu vermeiden, wird beim DFB ein generelles Verbot von Fahnen und Transparenten angestrebt. Nur so ließen sich schwere Verletzungen der sensible Seelen der großen Mehrheit der echten Fans schützen. Das Familienerlebnis Fußball dürfe nicht gefährdet werden.

Vertreter verschiedener Fan-Initativen kündigten bereits Widerstand gegen das Transparentverbot an. Der DFB ist offensichtlich gesprächsbereit. “Unter klar geregelten Bedingungen, kann der Einsatz von Plakaten und Fahnen im Stadion toleriert werden”, erklärte ein Sprecher. So müssten alle Fahnen und Plakate eine Woche vor dem Spiel angemeldet und zur Unbedenklichkeitsprüfung gegeben werden. Von DFB und Vereinsseite könnte auch Unterstützung bei der Wahl der Aufschrift gegeben werden. Bei Fans von RB Leipzig, Hoffenheim und Wolfsburg stieß dieser Vorstoß bereits auf große Begeisterung.  Auch das zur Verfügung stellen von Bannern mit positiver Energie sei denkbar. Erste Entwürfe solcher Plakate sind bereits erarbeitet:

Glücksgas und Dynamo begrüßen ihre Gäste.

Mit Fraport und dem Eintracht-Adler heben wir ab.

Bei der Targobank gibt es 3 Prozent aber Werder nimmt 3 Punkte mit.

Gasprom macht Schalke heiß
In den Blocks würden speziell geschulte Vertreter die Plakate entfalten. Sollte es doch zu Protesten des Gegners kommen, wären sie sofort wieder einzupacken.

Fanschals sind vorerst ausgenommen. Unverständlich! Führten doch gerade sie in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen beim so genannten “Abzocken” und wurden zur Provokation öffentlich zur Schau gestellt, gar verbrannt. Denkt denn niemand an die Kinder?

Ecke – Kopfball – Tor

Mit einem 2:4 bei den Schanzern wurde der Nichtabstiegsplatz verteidigt! Da kann man nicht meckern. Stattdessen möchte ich mich einem Naturschauspiel im Dynamo Strafraum widmen: Dem schwarzen Eckballloch.

Es ist ein bei gegnerischen Ecken temporär zu beobachtendes Phänomen.

Umfangreiche, computergestützte Spielanalysen konnten das schwarze Eckballloch lokalisieren.

An dieser Stelle tat sich das Eckballloch bereits 5 Mal auf!

Es verschluckt die Dynamo-Defensive und speit gegnerische Torschützen aus!
Die haben leichtes Spiel. Ingolstadts Matip konnte den Abpraller köpfen, den Buddle zum 0:1 abstaubt. Seines Zeichens Doppeltorschütze nutzte er den gleichem miesen Trick zum 2:2. Auch Duisburgs Bajic tauchte plötzlich auf und drosch den Ball unter die Latte. Selbst ein Paderborner wurde vorm Tor platziert – Gother traf per Kopf.

Die Dresdner stehen diesem Ereignis machtlos gegenüber.

Nur den Kopfball des Unioners Stuff konnte Eilhoff reaktionsschnell abwehren.

Ob und wie die Verteidigung vor dem Loch geschützt werden kann, ist noch nicht erforscht. Ebenso ist seine Herkunft unklar. Laut erster Gerüchte hat die Fußballmafia DFB ihre Finger im Spiel.

Das Loose-Evangelium aus dem Buch Dynamo

Vielen Dank an den Prophet Lehm_un_Schterm

Loose Evangelium 1-41:
Und Gott und sah, dass die Völker Fehde führten und nach des Nächsten Punkte trachteten. So trat er hervor und ward den friedliebenden Sachsen gegenwärtig und sprach: So nennt mir die unter euch, die mit dem Töppen und dem Trikot laufenden Fußes voran gehen, um Ordnung zu schaffen, wo die Unzucht daheim, um Frieden zu schaffen, wo die Menschen sich streiten.
Und die Menschen sprachen: Das sind die Dynamos. Da sprach Gott: So sei es.
Gott sah, dass unter den Sachsen Uneinigkeit ward und sprach: Denen, die Gottes Stimme bezweifeln, wird Wehklage zuteil. Und so schuf Gott die Verdammnis und nannte sie Aue.

Loose Evangelium 1-42:
Gott sprach zu den Dynamos: So erwählt unter euch jenen, den die Fügung zu eurem Führer auserkoren. Und die Dynamos sprachen: Das ist der Loose. Da sagte Gott: So sei es.

Loose Evangelium 1-43:
Gott sprach zu Loose: Bist du imstande unter solchen, die dir folgen, jene 28 Gefolgsleute auszuwählen, die für den 34 Tage währenden Kampfe mit dem Leder umzugehen wissen? Da sagte Loose: Das Volk begehrt den Kampf, wie es das Weib begehrt, aber die Schlachten der vergangenen Tage waren zehrend und unter den Willigen sind die Gesunden nicht zahlreich. Gott erkannte die Not und erschuf das Heer der Dynamos.

Loose Evangelium 1-44:
Gott sprach zu Loose: Dein Heer ist nun tüchtig und fähig und nun höre meine Kunde, die ich über deine Gefolgsleute spreche: Dort, an der Grenze zu den Landen, wo die Bochumer und die Dortmunder dem Brüderkampf erlegen, in Witten, erschuf ich einen edlen Manne. Groß, kräftig und des Mutes schwanger. Ihn stelle zuletzt und nenne ihn Eilhoff. Und weiter sprach Gott: Aus den fernen Ländern mit wilden Tieren und Wohlgeruch entsende ich dir jene, die schon mannigfaltig den Schlachten beiwohnten. Unter ihnen findest du einen mit ebensolch großem Verstande wie Herzen. Diesen umstelle mit deinen Männern und nenne ihn Fiel. Und Gott sagte schließlich: Die Bergvölker zu Plsen und Bihac bringen Männer von tadellosem Geiste und unerhörtem Mut hervor. Unter denen, die sich am meisten vervorgetan, erwählte ich zwei und schenkte sie dir. Nenne sie Fort und Dedic und setze sie den Gegner zu.

Loose Evangelium 1-45:
Da sah Loose, dass seine Männer nach dem Kampfe trachteten und begierig waren auf des Gegners Punkte und so sprach er: Herr, warum gibst du uns diese Macht und warum den Wagemut, wenn doch Frieden herrschen soll? Da sagte Gott: Wahrlich, ist es doch der Punktebesitz, der die Menschheit jenseits der Elbe in den Streite stürzt. Und so gebe ich dir die Macht zu nehmen, was ich ihnen an Punkten einst gegeben, so dass sie aufhören sich zugrunde zu richten.

Heller-Counter

Lieber Marcel, gegen Duisburg Großchance Nummer 4 versemmelt.  Wohlwollend gesagt, war es diesmal immerhin nicht spielentscheidend. Auch wenn’s nach dem Ausgleich wahrscheinlich anders gelaufen wäre….

Deshalb startet jetzt der Heller-Counter: Vergebene 100ige Chancen. Es haben natürlich alle Spieler die Chance auf einen Eintrag.

Gezählt wird, wie vielen Punkten so ein Grab geschaufelt wurde. Auf die naive Art: Endergebnis + nicht erzielte Tore.

Gesamtwertung

Spiel Der Heller Ergebnis Punktegrab
Rostock (H) M. Heller (3) 1:1 2
Duisburg (A) M. Heller (1) 0:3 0

Soweit möglich mit Videobeweis

Was bisher geschah:

Dynamo gegen Rostock (2. Spieltag)

Heller (11.), spielt Müller aus, Kostal kratzt den Ball von der Linie

Heller (21.) im bewegten Bild:

http://www.youtube.com/watch?v=2zmws-BE14o

Gegen Duisburg (6. Spieltag)

Heller (47.), Allein vorm Tormann aber er ist halt nicht Schnetzler

Fußballgott schaute endlich mal wieder weg

So muss es sein. Nach der Zaubervorstellung gegen Union folgte eine ernüchternde, nicht eingeplante Niederlage gegen Paderborn. Es war in den vergangenen Wochen  aber auch zu viel des Guten. Der Fußballgott, bei dem ich überzeugt war, dass er Dynamo nichtmal vom Namen kennt, kippte unkontrolliert sein Füllhorn über Dresden aus. Aufstieg, Leverkusen, Union. Geschichte wurde beinah im Wochenrhythmus geschrieben. Als sollte alles Leid der vergangenen 20 Jahre in wenigen Wochen wieder gut gemacht werden. Eine Überdosis Erfolgserlebnisse, machte es mir schwer, meine SGD wiederzuerkennen. Aber gegen Paderborn hatten wir kein Glück (Pfosten) und dann kam auch noch Pech der Schiedsrichter dazu. Es geht also noch!

Nur nach Kochs Anschlusstor keimte in mir die Befürchtung, am Ende den glücklichen Ausgleich zu schaffen und schon wieder eine epische Aufholjagd für den bierseligen Saisonrückblick hinzulegen. Doch es reichte endlich mal wieder zu einer frustrierenden Niederlage gegen einen namenlosen Verein, der im gewohnt unbescheidenen Dynamo-Kosmos unter der Kategorie “Kanonenfutter” verbucht wurde. Endlich gibt es mal was über die Spieler zu meckern, vielleicht findet sich ja doch noch ein Fehleinkauf. Cidimar scheint da auf einem guten Weg.

Jetzt, da ich weiß, es geht noch in der gewohnten Richtung, sollte gegen Duisburg zumindest ein dreckiger Sieg her!