Finanzkrise frisst Familie auf

Papa, ich will BWL studieren.“ „Mein Traum ist es, bei einer großen Bank zu arbeiten.“ Noch vor Jahresfrist zauberten derartig solide Berufswünsche des Zöglings ein selbstgefälliges Lächeln auf die Gesichter zufriedener Eltern. Alles richtig gemacht! Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute brauchen Jugendliche viel Mut zu einem solchen Financial-Coming-Out. Was geht in den Eltern vor, deren Sprösslinge ihre Zukunft auf dem Finanzmarkt sehen? Was, wenn plötzlich der Bad Banker in der eigenen Familie sitzt? Wir trafen einen Vater, der sein Schweigen bricht. Thorben Tilman (Name geändert) sitzt in der Wohnküche. In der Reihenhaussiedlung hat sich die Familie eingerichtet. Alles sauber, alles geordnet. Man kennt sich und achtet aufeinander. Doch seit wenigen Wochen ist alles anders. „Beim gemeinsamen Abend Essen fragte ich ihn, was er denn mal werden will“, erinnert sich der Vater „Bankkaufmann, vielleicht studiere ich auch BWL, war die Antwort. Dabei schaute er nichtmal auf. Schob sich einfach die nächst Gabel Rahmgeschnetzeltes in den Mund. In dieser Nacht weinte sich meine Frau in den Schlaf.“ Seitdem ist die ökologisch korrekte Welt des Verwaltungsangestellten aus den Fugen geraten. Er sieht müde aus. Schlaflose Nächte, die Sorge um seinen Sohn und der Druck aus der Nachbarschaft haben den Mittvierziger altern lassen. Die Fältchen um die Augen sind tief, die Haut blass und das Haar grau. Kaum etwas erinnert an den vitalen Mann auf den Fotos, die im Bücherregal aufgereiht sind und von einer scheinbar glücklichen Familie erzählen. Fehlt in der Nachbarschaft irgendwo ein Euro, heißt es schnell, deren Sohn ist doch bei ’ner Bank. Auch wenn noch gar nichts entschieden ist, haben sie ihr Urteil schon gefällt. Gespräche verstummen, wenn Thorben Tilmann an ehemals guten Nachbarn vorbei gehe. Hinter seinem Rücken werden die Köpfe zusammengesteckt. „Ich kann ihre Blicke spüren. An der Kasse im Supermarkt steht er immer allein, trotzdem warte ich am längsten“, sagt Tilman und drückt seine dritte halb aufgerauchte Zigarette nervös in den Aschenbecher. „Eigentlich habe ich zur Geburt von Lucas aufgehört zu rauchen.“ Es soll eine Entschuldigung sein, klingt aber eher wie ein Vorwurf. Immer wieder stellt er sich die gleichen bohrenden Fragen: Warum ausgerechnet mein Sohn? Warum habe ich nichts gemerkt? Wie konnte das eigen Fleisch und Blut so abgleiten? Es gab genug Hinweise, kleine Zeichen für die schiefe Bahn, auf die sein Sohn geraten würde. „Die Kinder vom Nachbarn sind doch auch normal. Neulich erst hat sie die Polizei nach Hause gebracht, weil sie am Bahnhof Drogen an Minderjährige verkauft haben.“, Tilman redet sich in Rage. „Dabei haben sie doch früher mit meinem Jungen gespielt. Rückblickend fällt es mir auf, dass er schon damals sich abgeschottet hatte. Nie prügelte er sich, nur manchmal bewarf er andere Kinder mit Dreck, streute ihnen Sand in die Augen. Er baute immer so gerne auf Sand. Oft erzählte er uns von riesigen Luftschlössern, die er bauen wolle. Doch daraus wurde nur selten etwas. Meist waren es nur Sandburgen und kleine Sandbrötchen. Ich habe ihn trotzdem Mut gemacht, ihn in seinem Tun bestätigt.“ Heute wissen die Tilmans, dass sie zu lange weggeschaut haben. Als Lukas anfing, seine Wochenplanung den Eltern als Powerpointpräsentation per BlackBerry zu verschicken, war das Ehepaar Tilman noch stolz, wie gut er sich mit den neuen Medien auskennt. Doch dann begann er sich täglich zu rasieren, seine akkurate Frisur bringt zwei Mal im Monat der Friseur in Form. Er geht in die Oper, nie zum Punkkonzert oder auf Heavy Metal Festivals. Nichtmal für Fußball interessiert er sich. Die Eltern schöpften Verdacht, dass mit ihrem Lucas etwas nicht stimmt. „Beim Aufräumen hat meine Frau dann solche Schmutzblätter in seinem Zimmer gefunden. Sie wissen schon Financial Times, Handelsblatt und so.“ An diesem Abend stellte Tilman seinen Sohn zur Rede. Jetzt wollen sich die Tilmans professionelle Hilfe suchen. In Frankfurt am Main gibt es eine Selbsthilfegruppe für Bänkereltern. „Wir begleiten die Eltern zurück in den Alltag. Dabei helfen oft schon Gespräche mit anderen Opfern, die ihnen zeigen, dass sie nicht allein mit ihrem Problem sind“, fasst Hans-Stefan Kuppke vom SpekulationsKinder e. V. das Ziel des Vereins zusammen. Er rät davon ab, die Kinder unter Druck zu setzen. Dies schlage eher ins Gegenteil um. „Sie müssen ihre eigenen Erfahrungen im Haifischbecken mache. Die meisten bleiben aber für immer in den Fängen des Kapitals“, macht Kuppke wenig Hoffnung. Doch es gab auch schon Fälle, in denen die Betroffenen aus einer geplatzten Spekulationsblase wieder auf den Boden fielen. Ein Strohhalm der Hoffnung für viele Eltern, auch für die Tilmans. Lucas erklärte erst heute Früh, dass er einen Anzug für das Vorstellungsgespräch brauche. Das Geld dafür hatte er nicht. Deshalb forderte er familiäre Finanzhilfe, schließlich sei er für die Familie systemimmanent. „Wir haben ein bisschen was zurückgelegt. Fürs Alter und das neue Auto. Das muss jetzt warten. Lucas wird das Geld brauchen. Er bleibt doch unser Sohn“, sagt Thorben Tilman und gibt sich zum Abschied kämpferisch „Vielleicht kommt er ja doch noch zur Vernunft und entscheidet sich für was vernünftiges. Schauspieler, Musiker oder Maler.“

Sarrazin macht Dresdnern Mut

Der Thilo kämpfte nun auch in Dresden für den Erhalt Deutschlands. Die Ortswahl an sich überraschte mich bereits. Vom Hocker haute mich, dass die Dresdner einen deutschlandweiten Sarrazinlesungsbesucherrekord aufstellten. Obwohl sie von den zentrale angeprangerten Missständen soviel Ahnung haben dürften, wie der Blinde von der Farbe.
Sarrazins medialer Thesenanschlag und die pflichterfüllte “Daswirdmajanochsagendürfen”-Hysterie gingen weitgehend, an mir vorbei. Weder aktiv noch passiv nahm ich daran teil. Das Thema überstieg meine Kompetenzen in Genetik und Sozialpolitik (Ausrede! Mangelndes Fachwissen hinderte bisher keinen Journalisten daran, sein aufdringliches Urteil zu verbreiten). Nein, es war schlichtes Desinteresse. Also ehrlich! Das Thema böser Migrant ist rund um Berlin eine Totgeburt. Für die Ostländer ist der Ausländer in der Opferrolle vorgesehen.
Mit einigem Engagement könnte man jeden in Dresden lebenden Ausländer persönlich kennenlernen. Beim Kauf von Döner, Pizza, Obst und Kitsch. Die dazu gehörigen Türken, Italiener, Vietnamesen machen einen recht integrationswilligen Eindruck, gemessen an deutscher Sprachfertigkeit, Freundlichkeit, Arbeitswut und kaum erkennbarer religiöser Bekenntnisse.
Hier sind es die Deutschen von nebenan, die sozial abgehängt und ungebildet zu viele Kinder bekommen, die Schule schwänzen und auf der Straße für kriminellen Druck sorgen.
Kurz: Die Gefahr, in wenigen Jahren arabisch statt sächsisch zu hören, durch den Ruf des Muezzins statt der Radiowerbung für Spielcasinos (Yes we game) geweckt zu werden oder verschleierte statt farbenfroh gesträhnte Frauen zu sehen, ist in Dresden als äußerst gering – wenn teilweise auch wünschenswert – einzustufen.
Dennoch stellte meine Stadt den Besucherrekord bei Sarrazin auf. Immer wieder wurden seine mahnenden Worte von Jubelrufen und Applaus unterbrochen. Die erste Vermutung, dass seine bisherigen Tourstationen in der Provinz lagen, ist falsch: In München und Berlin las er vor kleinerer Kulisse. Ist die Abschaffung dort schon so weit gediehen, dass sich nichtmal 2250 Kulturdeutsche fanden, um Sarrazin zu lauschen?
Ein kompetenter medialer Reflex wäre auch, die sehr … konservative politische Orientierung der Dresdner. Alles falsch! Es kann nur einen Grund geben: Die Begeisterung – und zwar pur – über den Lauf der Geschichte. Der Sarrazinbesuch war Informationsabend, Mutmacher, Licht am Ende des Tunnels in einem. Alle wollten es nochmal mit eigenen Ohren hören, sich vorrechnen lassen, wie lange es noch dauert, bis Westdeutschland sich selbst abgeschafft hat. So erklären sich Jubel und Applaus in der Halle. Zwei, drei Generationen noch, dann haben wir den Westen doch überlebt.

Was hat Dynamo Dresden, das RB Leipzig nicht hat?

Der Unterschied zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig? Es gibt keinen. Historisch gesehen.
Diese Meinung klingt nach lebenslangem Stadionverbot und Ächtung als anerkannter Dynamo Fußballfan.
Beide Vereine (auch wenn RB im klassischen Sinn kein Verein ist) sind künstliche Produkte ihrer Zeit. Gezeugt von den Mächtigen. Kinder der Ideologie. Rasenball vom Kommerz. Dynamo von der Politik. Ziel war es in beiden Fällen, dem Erzeuger über Erfolge im Massenprodukt Fußball ein positives Image zu verschaffen.
Die viel bemühte TRADITION Dynamos hat ihren Ursprung nicht in einem verrauchten Kneipenhinterzimmer.
Wir erinnern uns: Es waren keine idealistischen Fußballverrückte, die 1953 Dynamo gründeten, sondern von knallhart kalkulierenden Bonzen aus den Sicherheitsbehörden. Denn der Name Dynamo stand nunmal für die Sportvereinigungen der inneren Sicherheitsorgane der DDR. Für die jüngeren Leser: Dazu gehörte neben der Polizei auch die Stasi. Ketzerisch betrachtet, ist da ein Brausekonzern als Geburtshelfer das kleinere Übel.
Dresden Fußballtradition vor 1953 zu bemühen, um Dynamo aus dem Schlamassel raus zu bekommen, wäre genauso lächerlich, wie RB in die Tradition des VfB Leipzig zu stellen.
Das Märchen, die SGD wäre permanent das Opfer von Schiebung und Betrügervereinen gewesen, ist schlichte Realitätsleugnung. Gut, der DDR-Meistertitel war ein Jahrzehnt tabu. Der war für Mielkes  noch wichtigeres Hauptstadtspielzeug reserviert. Trotzdem hat es gereicht, um Dauergast auf Europas Fußballbühne zu sein. Wirkliche Benachteiligung  sieht anders aus.  Fragt man mal bei den so verhassten BSG Mannschaften nach. Heute werden die erfolgversprechendsten Spieler vom Kommerz-Verein weg gekauft. Damals wurden sie halt delegiert. In beiden Fällen eine Demonstration der jeweiligen Machtverhältnisse.

So bitter es ist, Tradition, die Dynamo inzwischen reichlich hat, ist eine Frage der Zeit und wird  – so Mateschitz will – auch mal RB erreichen.
Mit dem Club schuf sich der Konzern auch die passenden Zuschauer. Es ist  nicht der schmutzige nach Bier, Zigaretten, Schweiß und Aggressionen stinkenden, pöbelnde und randalierende Mob, sondern der Fußball und Merchandising konsumierende Kunde.  Fraglich ist allerdings, ob diese Edelfans, für ihren Verein auch Leiden können oder nach Misserfolgen nur irgendwie traurig sind und sich mit „es ist ja nur ein Spiel“ trösten. Identitätsstiftend wirkt erst das gemeinsame Erleben von dramatischen Momenten, in denen Legenden geboren werden.  Vereinsübergreifende Beispiele: 3:7, Meister der Herzen,  Lizenzentzug, die 102 Sekunden von Barcelona, Rickens 17 Sekunden Tor.
Irgendwann werden vielleicht auch die ersten RB Fantrikots und Schals nicht mehr nach Werbung und Erfolgsversprechen duften,  sondern nach Tränen und  Angstschweiß stinken. Und sei es, weil Mateschitz plötzlich die Lust am Geld ausgeben verliert, weil die Rendite nicht stimmt.

Glaubensbekenntnis

Dynamo Dresden – Ihr seid doch? Genau! Die Bremse der Fußballspaßgesellschaft. Die Ontologie des Proletensports. Die Feldstudie soziologischer Ursachenforschung von Fangewalt. Das Schwarze am Gelben.
Wo wir gastieren bleibt kein Stein auf dem anderen. Wo wir Gastgeben ist kein Stein auf dem anderen.
Gerne präsentiert sich die zum Verein gehörende Stadt als Musterschüler des Ostens. Wirtschaftswachstum, Frauenkirche, Semperoper, Grünes Gewölbe, (noch) Weltkulturerbe – der Frühling einer blühenden Landschaft ist angebrochen. Dagegen hat der selbsternannte Traditionsverein seit Jahren die Sonne nicht gesehen und täuscht vor, solide daran zu arbeiten, dort hinzukommen, wo er nach eigener Einschätzung hingehört. Und wir Fans glauben daran.
Es mag heute paradox klingen, der Erfolg hat mich zu Dynamo geführt. Das Erreichen des Halbfinales im UEFA-Cup 1989 und der spielerische Glanz von Mathias Sammer, Ulf Kirsten, Hans-Uwe Pilz und Ralf Minge verstellten mir den Blick auf eine zukunftorientierte Lieblingsvereinswahl. Die zwei Jahre später gesicherte Qualifikation für die Bundesliga wurde als normal hingenommen und der im Größenwahn vollzogene Niedergang nahm seinen Lauf.
Schon immer begleitete Dynamo die Gewissheit, von den Mächtigen der Fußballschattenwelt betrogen zu werden. In den goldenen Jahren zahlreicher DDR Vizemeisterschaften waren wir Stasi-Mielke ausgesetzt, der die Schiedsrichter die verhassten Dynamos aus Berlin zur Meisterschaft pfeifen ließ. In der Bundesliga mussten wir uns nun nach vierjährigem galliergleichen Kampf gegen die Übermacht aus der Stadt des Römers geschlagen geben. Lizenzentzug, Regionalliga – als müssten die Rolling Stones durch Baumärkte tingeln.
Spätestens seit dieser Schmach tragen Dynamofans das D wie ein selbst auferlegtes Stigma mit einer Mischung aus Stolz und Trotz. Unabhängig von der Liga ist die Stadionruine voll, egal was die verantwortlichen Balltreter unserer Netzhaut antun.
Entsprechend ernst nehmen wir uns. Ununterbrochen wird sich bei jedem der es hören muss dafür gerechtfertigt, warum Dynamo ein Traditionsverein und die Nummer 1 im Osten ist, wir auch friedliche Fans haben und im Stadion fast nie Naziparolen zu hören sind. In schwachen Momenten schiele ich dann schon mal etwas neidisch auf die Selbstironie St. Paulis oder die fröhliche Unverkrampftheit Mainz’ oder Aachens.
Aber ab einem gewissen Punkt kann man es sich eben nicht mehr aussuchen. Es geht nicht mehr um das Feiern von Titeln, sondern um das Ertragen von Misserfolgen, getragen von der jährlichen Illusion auf bessere Zeiten. Dieses Wunschbild ist Resultat einer explosiven Mischung aus rigoroser Tatsachenignoranz und entrückter 70iger/ 80iger Jahre Traditionsvereinsselbstüberhöhung. Gladbach- und Kölnfans wissen wovon ich schreibe.
Für einen Augenblick waren wir in der Nähe unserer Welt. 2004 der Aufstieg in die 2. Liga. Von der Vereinsführung bis zum Mitläufer war es sofort jedem klar: eine Zwischenstation auf dem Weg zum internationalen Geschäft. Schließlich handelte es sich nicht um irgendeinen Zweitliganeuling, sondern um den international renommierten 1. FC Dynamo Dresden, mit der Erfahrung von 98 Europapokalspielen! Eine Zwischenstation war es tatsächlich – nur in die falsche Richtung.
Nicht verzagt handelte man in dynamotypischer Manier. Der sofortige Wiederaufstieg wurde in Form von achtzig Tischtennisbällen in eine Glasvase gepfercht und an Trainer Pakult übergeben. Für jeden erspielten Punkt sollte ein Ball an Geschäftsführer Köster zurückgehen. Doch erst verschwand Pakult Richtung Wien, dann gerieten die Vase und schließlich der Aufstieg in Vergessenheit. Trainer Meier ist offenbar kein Freund von (Tischtennis)Bällen.
Aber in der kommenden Saison wird alles besser! Mit einem Sportdirektor, einem hauptamtlichen kaufmännischen Geschäftsführer und dem Stadionneubau wird der um ein Jahr verlängerte sofortige Wiederaufstieg vervollständigt.
Eine gesunde Mannschaft mit international erprobten Nationalspielern aus Zwergstaaten und vereinslosen Zweit- und Drittligasöldnern dominiert die Regionalliga. Dieser vorsaisonale Fakt des Aufstiegs ist so sicher, dass ich ihn zwar freudig aber nicht ekstatisch registrieren werde. So wie sich ein Bayern-Fan fühlt, der zum was weiß ich wievielten Mal irgendeinen Titel „feiert“; die Anstrengungen glaubwürdiger Euphorie ins Gesicht geschrieben.
Eine Saison kann ich damit durchaus leben! Schließlich sind wir die Bayern des Ostens!

Juni 2007

Willkommen Marco

Da isser wieder! Tränenüberströmt verfolge ich den Heimflug. Ich kann die Befreiung des Casanovas Marco aus den Klauen der Muezzine und Muselmanen kaum fassen! Endlich wieder im Kreis der Lieben. Weihnachten ist gerettet. Unser nationales Glück ist kaum zu fassen. 477 Jahre nach der Belagerung Wiens konnte das Abendland erneut einen Angriff der islamischen Horden auf unsere Heiligtümer abwehren. Den Urlaubsflirt. Eingerührt aus dem Zwang zu Hause Ergebnisse vorweisen zu müssen, verstärkt mit Alkohol, unkontrolliertem Kuss- und Grabschszenen.  So ist das und unser Liebesmarco war doch noch in der Ausbildung. Selbst geübten Augen ist es kaum möglich vom Aussehen eines Mädchens auf deren exaktes und vor allem legales Alter zu schließen. Und mit 17 Jahren fehlt einfach die Erfahrung im Urlaub die Richtige abzuschleppen. Das gilt fürs Alter genauso wie für die Nationalität. Es kann schomal passieren, dass es eine blasse, schwammig, verklemmte von der Insel wird. Als wäre Gigolo Marco mit dieser englischen Entlgleisung noch nicht genug gestraft, rennt die Kleine zur Polizei und die besitzt ernsthaft die Unverschämtheit einen von uns ins Gefängnis zu stecken. Ein feuchtes dunkles Loch, in dem es keine Ablenkung gab als Tag ein Tag aus Schach oder Volleyball zu spielen, Fern zu sehen oder zu lesen. Zu allem Überfluss wurde der kleine Verführer von seinenWärtern – mit ziemlicher Sicherheit grausam, düster dreinblickenden Osmanen – auch noch auf brutalste Art gezwungen Englisch zu sprechen und ein wenig türkisch zu lernen.

Armer Marco. Aber jetzt geht es dir ja wieder gut. Daheim in Uelzen. In der ganzen Stadt lieben sie dich. Vor lauter Erregung über deine Freilassung werfen sich die Kleinstadtlolitas in Schale, um in deiner Nähe ein Stück deiner neuen Mischung Leidenschaft, Gefahr und Knastluft zu spüren. Du wirst 13-Jährige aus dem Vollen schöpfen können. Und hier zu Hause ist das ja alles kein Problem!