Bei Dynamospiel: AfD-Aussteiger Poggenburg outete sich als Multikulti-Fan

Der AfD-Aussteiger André Poggenburg war im Rudolf-Harbig-Stadion und nutzte die Gelegenheit für ein so nicht zu erwartendes Geständnis. Zur Erinnerung für alle, die ihn schon wieder vergessen haben: Poggenburg hatte es vorgezogen, die AfD rechts zu überholen und am noch rechteren Rand eine eigene Partei aufzumachen – die allerdings niemand kennt – irgendwas mit Aufbruch und Patrioten. Um nicht auch noch selbst in Vergessenheit zu geraten, nutze er Ostersonntag die Gelegenheit, sich vom harten völkischen Politikalltag auszuruhen und mal 90 Minuten bei Dynamo Dresden zu entspannen und ganz nebenbei biss’l PR in eigener Sache zu machen. Nun gut, leider kann sich auch Dynamo immer noch nicht seine Fans aussuchen.

Es ist ja auch zu verlockend, als Trittbrettfahrer Sympathien für die größte SGD der Welt vorzutäuschen, und so um ein paar neue Anhänger und Wähler zu buhlen. Zumindest unter dem braunen Teil in Dynamos bunter Kurve. Ist hässlich, kann ich aber realpolitisch nachvollziehen. Dafür hagelte es natürlich von all den linksversifften Gutmenschen (von wem sonst) schäumende Kritik für den armen bekennenden Kümmeltürken- und Kameltreiberhasser, der selbstverständlich einfach nur mal ein gutes Fußballspiel besuchen wollte.

Was all die linksradikalen Steinewerfer und Muttiaufdertaschelieger nicht sehen wollten oder konnten: Das Spiel in Dresden hat dem André ganz offensichtlich die braunen Augen geöffnet.
Er sah eine Mannschaft in Ostdeutschland spielen, von einem Spanier trainiert. Im Tor stand ein Sachse, in der Abwehr ein Saarländer, doppelter Torschütze ein schwarzer Schwabe, Vorlagengeber und Torschütze ein Bosnier und dann wird in der 82. Minute auch noch ein muslimischer Deutscher eingewechselt (um nur einige zu nennen). Zeugen glauben sich zu erinnern, Poggenburg darüber klagen zu hören, ihm werde ganz bunt vor Augen. So weltoffen habe er sich noch nie gefühlt, soll er immer wieder vor sich hingemurmelt haben.
Nachdem der 3:0-Sieg in Sack und Tüten war, gab es für ihn kein Halten mehr. Er tippte hektisch in sein Smartphone seine neue Botschaft und outete sich als frisch geborener Multikulti-Fan. “Ostdeutschland kann, wenn es will“, twitterte er. Und damit hat er ja vollkommen recht. Am besten kann man es, wenn man die Ausländer mitspielen lässt und ihre Fähigkeiten integrieren will. In Ostdeutschland wurde er im Rudolf-Harbig-Stadion Zeuge davon. Funktioniert aber in Nord-, Süd- Westdeutschland. Mancherorts auch schon außerhalb des Fußballplatzes.
Poggenburgs Outing im Wortlaut

Der Verein Dynamo Dresden stellt es auch noch mal klar

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